Aktuelles

Sein oder Nichtsein?-  Eine Reform der Welt-Organisation der Vereinten Nationen wird nicht nur zu einer Frage ihrer Glaubwürdigkeit und ihrer Handlungsfähigkeit, sie wird wohl auch zu einer  Überlebensfrage für die Menschheit.

Dr. h. c. Hans-Christof Graf Sponeck, Kant-Stiftungs-Rat und ehemaliger Beigeordneter UN-Generalsekretär, sein Vorgänger Denis J. Halliday und Prof. Richard Falk, Princeton Professor Emeritus und von 2008 bis 2014 „Sondergesandter des UN-Menschenrechtsrats für die palästinensischen Autonomiegebiete“ (und unser Laudator  bei der Verleihung des Kant-Weltbürger-Preises 2009 an Prof. Jeff Halper),  diagnostizieren in ihrer nachstehenden kritischen Analyse  im britischen The New Statesman, woran die UN krankt. Sie zeigen, wie notwendig es wäre, dass sich ihre Mitglieder wieder auf die ursprünglichen Aufgaben, Ziele bzw. Werte  der UN-Charta und der UN- Menschenrechtserklärung zurückbesinnen. Am Ende stellt sich dabei die Frage, wie lange noch sich die Völker der Erde von ihren Staatsführungen angemessen vertreten fühlen dürfen bzw. wie lange noch Staatsführungen ohne Rechenschaftspflicht bestehen bleiben.

The New Statesman - TEXT als pdf-Datei

Das demokratische Weltparlament. Eine kosmopolitische Vision.“ lautet der Titel eines kürzlich bei Dietz erschienen Buches, in dem der EU- Abgeordnete Jo Leinen und sein Ko-Autor Andreas Bummel der organisierten Verantwortungslosigkeit unseres „anarchischen Völkerrechtssystems“ den Prozess machen, indem sie zeigen, wie die nach Hegemonie strebenden Staaten dieser Erde in Wahrheit das Recht der Völker und der einzelnen Weltbürger mit Füßen treten. Auf gut lesbare Weise erzählen die Autoren dabei die spannende Geschichte der Idee eines Weltparlamentes von den frühen Anfängen bis in unsere Tage. Durch die aufgezeigten, sich dramatisch häufenden Herausforderungen der Globalisierung - immer dichter am Rande des Abgrundes ihres Fortbestehens - , biete sich für die Menschheit und den einzelnen Weltbürger die konstruktive und konkrete Option, die UN mittels einer UNPA zu reformieren, eine supranationale handlungsfähige Friedensordnungsmacht (vgl. I. Kants Zwangsbefugnis in seiner Rechtslehre) zu installieren und diese mittel- bis langfristig durch ein demokratisches Weltparlament zu legitimieren. http://dietz-verlag.de/isbn/9783801204921/Das-demokratische-Weltparlament-Eine-kosmopolitische-Vision-Jo-Leinen-Andreas-Bumme

 

Einladung zur Veranstaltung am 6. Februar 2018:

Der Referent und sein Thema:

Der Politiker Jo Leinen war schon früh als Rechtsanwalt in Freiburg im Breisgau einer der Protagonisten der Umwelt- und Friedenbewegung. Von 1981 bis 1985 war er Mitglied der Umweltkommission der SPD und anschließend bis 1994 Umweltminister des Saarlandes. Seit 1999 engagiert er sich im Europaparlament für Fragen der Umweltpolitik u. vor allem für die konstitutionellen Fragen europäischer Politik, so u.a. in der Internationalen Europäischen Bewegung, deren Präsident er seit 2011 ist.

Zusammen mit Andreas Bummel veröffentlichte er 2017 das Buch „Das demokratische Weltparlament“, in dem er u.a. für die Einrichtung eines UN-Parlaments plädiert – ein Projekt, das seit Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 auf seine Realisierung wartet. Mit den zunehmenden Herausforderungen der Globalisierung stellen sich die Fragen nach Bürgerpartizipation und Demokratie in den internationalen Institutionen sowie die Frage nach einer gerechteren und nachhaltigeren Umsetzung der UN-Charta und der UN-Menschenrechts-Konvention immer dringlicher. -  Diese Fragen aber machen ein Überdenken des traditionell-politischen Interesse-Begriffes zugunsten einer Vereinbarkeit von Partikular- und Gemeinwohl-Interessen nötig und sollen im Anschluss an den Vortrag von Jo Leinen die Diskussion bestimmen.

Hintergrund-Überlegungen:

Wer unsere Welt verändern und verbessern will, muss von dem ausgehen, was ist. In der Herangehensweise an die Probleme unserer Zeit konkurrieren - im Privaten wie im Politischen - zwei im Grundsatz recht unterschiedliche Haltungen bzw. Lösungsansätze: ein spontaner, vordergründig an der biologischen Evolution orientierter positivistisch-utilitaristischer, der wirtschaftlich und politisch ein „survival of the fittest“ (Stichworte: „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Wachstum“) intendiert, und ein selbstreflexiv-normativer Ansatz, der sich auf institutionalisierte Einsichten im Dienste der Menschen stützt und der auf die Möglichkeit und Notwendigkeit einer kulturellen Evolution, einer vernünftig-moralischen Reifung der Menschheit zugunsten ihrer Selbsterhaltung und der ihrer Umwelt, baut. – Der Zustand unseres Planeten und gerade auch die jüngsten weltweiten populistischen Angriffe auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie machen aber deutlich: Es ist mehr denn je Zeit für eine übergreifende normative Orientierung!


Rückblick:

Feierliche Verleihung des 6. Kant-Weltbürger-Preises am 1. Oktober 2016 in der Aula der  Albert-Ludwigs-Universität Freiburg an die saudi-arabische Filmregisseurin Haifaa Al Mansour und den iranischen Filmregisseur Jafar Panahi.

 

Virtuelle Gegenwart des mit Ausreiseverbot belegten Jafar Panahi in einer Sequenz eines seiner Filme. Er wurde vertreten durch seine Tochter und seine Frau.

 

Zur Verleihung des Kant-Weltbürger-Preises gehaltene Vorträge:

 

 

1. Kant-Förder-Preisverleihung 2016 auf der Fachtagung der Kant Gesellschaft e.V. und der Kant-Forschungsstelle der Universität Trier Kant als Tugendethiker. Systematische und historische Perspektiven von Kants Tugendlehre im Haus am Dom in Frankfurt a. M. vom 13. - 15. Oktober 2016 - unter dem Motto „Kant entdecken und weiterdenken!“ in Zusammenarbeit mit der Kant-Gesellschaft und drei Lehrstuhlinhabern der Freiburger Universität (Vgl. Heft 1/2016  der Kant-Studien.) an: Jun. Prof. Dr. med. Dr. phil. Sabine Salloch von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und Dr. Anna Wehofsits von der Ludwig-Maximilians-Universität München für ihre innovativen Dissertationen zu Aspekten der Immanuel-Kant-Forschung.

Die preisgekrönten Arbeiten:

Sabine Salloch, Prinzip, Erfahrung, Reflexion: Urteilskraft in der Angewandten Ethik. Münster 2016, mentis, ISBN: 978-3-95743-063-2

Anna Wehofsits, Anthropologie und Moral. Affekte, Leidenschaften und Mitgefühl in Kants Ethik. Berlin 2016. De Gruyter, ISBN: 978-3-11-045553-3

 

Zur Verleihung des Kant-Förder-Preises gehaltene Vorträge:

 


Ideelle Unterstützung des Samstagsforums Regio Freiburg von Ecotrinova:

Herzliche Einladung

Für den 21.10. - 9.12. 2017  in Freiburg i.Br. laden wir als Mitveranstalter herzlich mit ein zum 25. Gemein-schafts-Programm Samstags-Forum Regio Freiburg mit vielen aktuellen Themen und interessanten Referenten/innen!  Eintritt frei. (Vorträge mit Aussprache, vormittags in der Universität . Führungen mittags oder nachmittags, zu denen Anmeldung meist erforderlich ist.) Das aktuelle Programm ersehen Sie hier: Link, Kurzlink - Das Samstags-Forum wendet sich zum Kennenlernen, Verstehen und Mitmachen  an Mitbürger/innen, Studierende, Vereine bis hin zu fachlich Interessierten über aktuelle Themen wie Energie-Klima-Umwelt-Bauen/Wohnen unter dem Motto „Wie wollen wir leben?“  So manche/s kleine und große Projekt oder Maßnahme ist aus dem Samstags-Forum heraus entstanden! Frühere Vorträge sind zumeist online als pdf-Datei bei www.ecotrinova.de unter Samstags-Forum.

 

 

 

 

 

 

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